Links überspringen

Ein starkes Netzwerk für Tirols Gesundheit

28. März 2025

Die medizinische Versorgung in Tirol basiert auf einer engen Zusammenarbeit zwischen niedergelassenen Ärztinnen und Ärzten sowie privaten Gesundheitsbetrieben. Dr. Enes Lipović, Hausarzt in Kramsach, gewährt Einblicke in diese Kooperationen und zeigt auf, wie Patientinnen und Patienten davon profitieren.

Viele Krankheitsbilder erfordern eine fachübergreifende Behandlung. „Ein Beispiel sind Beschwerden im Bewegungsapparat, die bestenfalls durch gezielte Physiotherapie gelindert werden können“, erklärt Dr. Lipović. Auch internistische und psychische Erkrankungen machen eine enge Abstimmung mit spezialisierten Fachkräften notwendig, um die bestmögliche Versorgung zu gewährleisten. Die Gemeinschaftspraxis Dr. Gschwentner & Dr. Lipović in Kramsach setzt deshalb auf die Zusammenarbeit mit Einrichtungen wie dem Therapiezentrum Sommer in Kramsach, dem Therapiezentrum Dr. Thomas Riedhart in Wörgl oder dem Reha Zentrum Münster.

Vorteile für Patientinnen und Patienten

Durch die wohnortnahe Versorgung erhalten betroffene Personen rasch die notwendige Unterstützung. Eine ganzheitliche Betreuung trägt dazu bei, Beschwerden frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Besonders im Bereich der Prävention zeigt sich der Nutzen dieser Kooperationen:

Enes Lipovic
„Rückenschmerzen oder andere Beschwerden müssen nicht zwangsläufig im höheren Alter auftreten, wenn frühzeitig vorbeugende Maßnahmen ergriffen werden. Dank der raschen Terminvergabe unserer Partner verkürzen sich zudem Rehabilitationszeiten, was den Heilungsprozess deutlich beschleunigt.“

Dr. Enes Lipović, Hausarzt in Kramsach

 

Früherkennung rettet

Ein Beispiel aus der Praxis verdeutlicht, wie wichtig diese Kooperationen sind. Eine Patientin in Brustkrebsnachsorge wurde von einer aufmerksamen Therapeutin im Therapiezentrum Sommer auf eine auffällige Rötung am Arm hingewiesen. In Absprache mit der Patientin informierte sie sofort die Hausarztpraxis von Dr. Lipović, da der Verdacht auf eine akute Entzündung – einen sogenannten Rotlauf – bestand. Durch das schnelle Handeln konnte die Entzündung rechtzeitig behandelt und ein Krankenhausaufenthalt verhindert werden.

information

Davon profitieren Patientinnen und Patienten:

  • wohnortnahe Behandlungsmöglichkeiten
  • ganzheitliche Betreuung
  • optimierte Prävention
  • verkürzte Rehabilitationszeiten
Oswald Jenewein

„Private Gesundheitsbetriebe sind eine unverzichtbare dritte Säule im Tiroler Gesundheitswesen. Sie ergänzen und unterstützen sowohl die öffentlichen Einrichtungen als auch die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte, indem sie spezialisierte Dienstleistungen anbieten und so eine umfassende und effiziente Patientenversorgung ermöglichen.“

Oswald Jenewein, Fachgruppenobmann

 

Der Ablauf einer Überweisung

Eine Überweisung beginnt mit der Diagnose durch die Hausärztin oder den Hausarzt beziehungsweise der behandelnden Fachärztinnen und Fachärzte. Falls notwendig, erfolgt eine weiterführende Diagnostik, beispielsweise mittels MRT oder Röntgen, um die Ursache der Beschwerden genau zu bestimmen. Anschließend wird ein Verordnungsschein für die erforderliche Therapie ausgestellt. Die Patientinnen und Patienten vereinbaren daraufhin selbstständig einen Termin in der entsprechenden Einrichtung. Die Kosten für Therapiesitzungen müssen zunächst von den Patient:innen selbst getragen werden. Anschließend können sie die Rechnung bei ihrer Krankenkasse einreichen und einen Teil der Kosten zurückerhalten. Bei Einrichtungen mit Kassenverträgen erfolgt die Abrechnung direkt über den Betrieb, sodass kein zusätzlicher Aufwand entsteht – dennoch empfiehlt es sich, die Kostenübernahme im Vorfeld mit dem jeweiligen Gesundheitsbetrieb abzuklären.

Zukunft der medizinischen Versorgung

Dr. Lipović betont die Notwendigkeit einer noch engeren Vernetzung der Gesundheitsdienstleister. Ein persönlicher Austausch zwischen Ärztinnen, Ärzten und Therapeutinnen sowie Therapeuten ist essenziell, um eine optimale Patientenversorgung sicherzustellen. Zudem wünscht er sich, dass der Beruf des Hausarztes für junge Medizinerinnen und Mediziner wieder attraktiver gestaltet wird. Viele Ortschaften in Tirol suchen dringend nach Hausärzten, doch die Angst vor der Selbstständigkeit und der administrative Mehraufwand schrecken viele ab. Verbesserungen in der Honorierung und eine stärkere Unterstützung junger Ärztinnen und Ärzte könnten hier Abhilfe schaffen.

Bildnachweis: Gemeinschaftspraxis Dr. Gschwentner – Dr. Lipović, Die Fotografen